Ratgeber

Blutzucker richtig messen: 8 Tipps für genaue Werte

FORA 6 Connect Blutzuckermessgerät

Ein Blutzuckermessgerät kann nur so genau messen, wie die Blutprobe es zulässt. Kleine Fehler bei der Vorbereitung, zum Beispiel Zuckerreste an den Fingern oder zu starkes Drücken, können das Ergebnis verfälschen. Die gute Nachricht: Mit ein paar einfachen Handgriffen vermeiden Sie die häufigsten Fehler. Alle Tipps in diesem Ratgeber stützen sich auf die Bedienungsanleitung des Herstellers und auf eine klinische Studie. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.

Wie genau ist das FORA 6 Connect?

Die Blutzuckermessung des FORA 6 Connect erfüllt die Norm EN ISO 15197:2015. In einer klinischen Studie des Instituts für Diabetes-Technologie (Universität Ulm) lagen rund 99 % der Blutzuckerwerte innerhalb der erlaubten Abweichung zum Laborwert. Die Norm verlangt 95 % [3].

Damit diese Genauigkeit auch bei Ihnen zu Hause erreicht wird, kommt es auf die richtige Blutprobe an.

8 Tipps für genaue Werte

1. Hände mit Seife waschen und gut abtrocknen

Das ist der wichtigste Schritt. Schon kleinste Zuckerreste auf der Haut, etwa nach dem Schälen einer Frucht, können den Wert stark verfälschen. In einer Studie mit 123 Menschen mit Diabetes wich der Wert nach dem Berühren von Obst ohne Händewaschen bei 88 % der Teilnehmenden um 10 % oder mehr ab [2]. Waschen Sie Ihre Hände deshalb mit Seife und warmem Wasser und trocknen Sie sie gut ab [1, 2]. Auch Wasserreste an den Fingern können die Blutprobe verdünnen.

2. Die Einstichstelle vorher reiben

Reiben Sie die Einstichstelle vor dem Stechen etwa 20 Sekunden lang. So wird sie besser durchblutet, und es entsteht leichter ein ausreichender Blutstropfen [1].

3. An der Seite der Fingerkuppe stechen

Halten Sie die Stechhilfe fest gegen die seitliche Unterseite der Fingerkuppe und lösen Sie dann aus [1]. Die richtige Einstichtiefe stellen Sie gemäss der Anleitung Ihrer Stechhilfe ein: so tief wie nötig, damit sich ein ausreichender Tropfen bildet.

4. Den ersten Blutstropfen abwischen

Der Hersteller empfiehlt, den ersten Blutstropfen mit einem sauberen Wattebausch abzuwischen, da er Gewebeflüssigkeit enthalten kann, die das Ergebnis beeinflusst. Für die Messung verwenden Sie den zweiten Tropfen [1].

5. Nicht quetschen

Drücken Sie nicht kräftig auf die Einstichstelle. In der genannten Studie führte Druck auf den Finger bei 5 bis 13 % der Teilnehmenden zu Abweichungen von 10 % oder mehr [2]. Falls nötig, drücken Sie nur sanft, um einen weiteren Tropfen zu erhalten [1].

6. Genug Blut auftragen und nicht verschmieren

Der Blutzucker-Teststreifen braucht mindestens 0,5 µL Blut. Halten Sie den Tropfen an den Streifen, ohne die Probe zu verschmieren [1].

7. Jedes Mal eine andere Stelle wählen

Wählen Sie für jede Messung eine andere Einstichstelle. Wiederholte Stiche an derselben Stelle können zu Schmerzen und Hornhaut führen [1].

8. Bei ungewöhnlichen Werten neu messen

Ist ein Wert unerwartet hoch oder tief und Sie fühlen sich nicht krank, wiederholen Sie die Messung mit einem neuen Teststreifen [1]. Waschen Sie dafür nochmals die Hände und wählen Sie eine andere Einstichstelle.

Was kann den Messwert sonst noch beeinflussen?

  • Starke Austrocknung: Starker Flüssigkeitsverlust kann zu tieferen Werten führen als tatsächlich vorhanden [1].
  • Hämatokrit: Ein sehr hoher oder sehr tiefer Anteil roter Blutkörperchen kann die Messung beeinflussen. Das FORA 6 Connect ist für einen Hämatokrit von 20 bis 70 % ausgelegt [1].
  • Falsch gelagerte Teststreifen: Bewahren Sie Blutzucker-Teststreifen nur in der Originaldose auf, trocken und bei 2 bis 30 °C, und berühren Sie sie nur mit sauberen, trockenen Händen [1]. Verwenden Sie keine abgelaufenen Teststreifen.

Wenn Sie Medikamente einnehmen und Ihre Werte ungewöhnlich erscheinen, besprechen Sie dies mit Ihrer Ärztin, Ihrem Arzt oder in der Apotheke.

Gilt das auch für Ketone, Harnsäure und Cholesterin?

Ja, die Grundregeln für eine saubere Blutprobe aus der Fingerkuppe gelten für alle Messungen mit dem FORA 6 Connect: Hände waschen und trocknen, Einstichstelle reiben, nicht quetschen, jedes Mal eine andere Stelle wählen. Beachten Sie zusätzlich:

  • Nur Fingerkuppe: Für Ketone, Harnsäure und Cholesterin ist nur Blut aus der Fingerkuppe vorgesehen [1].
  • Blutmenge: Ketone brauchen 0,8 µL, Harnsäure 1,0 µL und Gesamtcholesterin 3,0 µL Blut [1]. Gerade für die Cholesterinmessung ist ein grosser Tropfen nötig. Reiben Sie die Einstichstelle deshalb gründlich, statt zu quetschen.
  • Code-Streifen: Bei Keton-, Harnsäure- und Cholesterin-Teststreifen stecken Sie bei jeder neuen Packung zuerst den beiliegenden Code-Streifen in das ausgeschaltete Gerät [1].

Mehr über Ketone, wann das Messen sinnvoll ist und wie Sie Ihre Werte einordnen, lesen Sie in unserem Ratgeber Ketone messen bei Low-Carb, Fasten und Sport.

Was Ihr Cholesterinwert bedeutet und ob ein Raclette oder Fondue ihn verändert, lesen Sie in unserem Ratgeber Cholesterin selbst messen: Was Ihr Wert bedeutet.

Wie Ihr Blutzucker zwischen zwei Messungen verläuft, zum Beispiel nach dem Essen, zeigt ein Glukosesensor. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber Was macht mein Blutzucker nach dem Essen? Den eigenen Körper verstehen mit dem FORA Connect 21.

Wann sollten Sie ärztlichen Rat holen?

  • Wenn ein Ergebnis nicht zu Ihrem Befinden passt [1].
  • Bevor Sie wegen eines Messwerts Medikamente ändern [1].

Die Selbstmessung ersetzt keine ärztliche Diagnose. Sie hilft Ihnen, Ihre Werte besser zu kennen und sie bei Ihrem nächsten Arztbesuch zu besprechen.

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Quellen

[1] ForaCare: FORA 6 Connect Bedienungsanleitung (Owner's Manual), Version 2.0, 2018, Dok.-Nr. 311-4183400-025. Abschnitte zur Blutentnahme, Blutzucker- und β-Keton-Messung, Lagerung und Einschränkungen.

[2] Hortensius J, Slingerland RJ, Kleefstra N, Logtenberg SJ, Groenier KH, Houweling ST, Bilo HJG. Self-monitoring of blood glucose: the use of the first or the second drop of blood. Diabetes Care. 2011;34(3):556–560. https://doi.org/10.2337/dc10-1694

[3] ForaCare: FORA 6 Connect White Paper, 2018. Genauigkeitsstudie des Instituts für Diabetes-Technologie, Universität Ulm.

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